Große Preisunterschiede für Österreichs Fahrschüler

Kaum ein Jugendlicher träumt heute nicht davon, sich den eigenen Traum von Freiheit zu erfüllen und so schnell wie möglich den Führerschein zu machen, um mobil zu sein. Viele von ihnen fürchten jedoch die finanzielle Belastung der folgenden Schulungsmonate und selten war es so schwer für Jugendliche die anfallenden Kosten für den Führerschein im Voraus zu kalkulieren wie heute. Oft scheint es, als lasse sich lediglich der Betrag für die Grundgebühr mit Sicherheit voraussehen und die Preisdifferenz zwischen den Fahrschulen, sowohl für die Führerscheinklasse B, als auch für den L-17-Führerschein, ist enorm.

Bessere Preistransparenz für Jugendliche
Aus diesem Grund hat es sich nun die Konsumenteninformation der Arbeitskammer zur Aufgabe gemacht bei Österreichs Fahrschulen einmal genauer nachzufragen um eine bessere Preistransparenz zu erreichen. Dabei wurden die Kosten sowohl für die Kurse der Klasse B, als auch für die Kurse der L-17 erhoben und in einem direkten Vergleich gegenüber gestellt. Die Ergebnisse waren ernüchternd.

Bis zu 50 % Preisdifferenz zwischen den Fahrschulen
Seitdem die Konsumenteninformation der Arbeitkammer die Kosten von verschiedenen Fahrschulen in Österreich für das Mindest-Gesamtpaket der Führerscheinklasse B, bestehend aus einem Theoriekurs, 12 Fahrstunden, einer Stunde Hauptschulung und zwei Stunden Perfektionsfahrt, miteinander verglichen haben, steht fest, dass der Landesdurchschnitt bei 1201 Euro liegt, die Preisdifferenz ausgehend von der teuersten und der günstigsten Fahrschule beträgt mit 446,00 Euro jedoch 44,6 Prozent. Demnach müssen Österreichs Fahrschüler vor allen in den Bezirken von Braunau, Gmunden, Steyr, Vöcklabruck und Wels mit den höchsten Kosten für den Führerschein der Klasse B rechnen. Beim Gesamtpacket für den L-17 Führerschein, bestehend aus neunzehn Fahrstunden und einer Perfektionsfahrt, liegt der Landesdurchschnitt bei 1312 Euro und eine Preisdifferenz von sagenhaften 537,00 Euro, sprich 50,2 Prozent. Hierbei müssen nach Angaben der Arbeitskammer Oberösterreich die Jugendlichen der Bezirke Braunau, Gmunden, Kirchdorf, Ried, Steyr und Vöcklabruck mit den höchsten Kosten für ihren L-17-Führerschein rechnen.

Spartipps für den Füherschein
Um eine möglichst genaue Kalkulation der Kosten zu erreichen, empfehlen Österreichs Fahrschulen den potenziellen Fahrschülern im Allgemeinen mit dem Standard-Paket von 18 Fahrstunden zu rechnen. Jugendlichen, die sich nun über ihren Bezirk genauer informieren wollen stehen ab sofort zwei PDF Dokumente mit den genauen Fahrschulpreisen zum kostenfreien Download zur Verfügung. Den Diese finden sich direkt auf der Internetseite der österreichischen Arbeitskammer.

Gesetzliche Verpflichtung zur Preisauskunft
Im Zuge dieser Datenerhebung verweigerte jedoch jede sechste Fahrschule die Preisauskunft. Dr. Georg Rathwallner, Leiter der Konsumenteninformation, wies aufgrund dessen darauf hin, dass ein modernes Unternehmen die Preise für seine Leistungen heutzutage auf der firmeneigenen Homepage veröffentlicht. Da dies bei Österreichs Fahrschulen jedoch immer noch kaum der Fall ist fordert die Arbeitskammer nun eine gesetzliche Verpflichtung zur Preisauskunft für die gesamte Fahrschulbranche im Kraftfahrgesetz. Ob sich dieses Gesetzt noch durchsetzt, bleibt abzuwarten. Wünschenswert wäre es jedenfalls für Österreichs Fahrschüler.

09.07.2012